Gose ist in Japan und den USA in vieler Munde
Leipziger Spezialität wird nach Asien und Amerika exportiert / Lobende Erwähnung im Wall Street Journal / WM-Bier in Tokio
Das Wort Exportschlager ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen. Aber immerhin macht die Gose gerade mal wieder Schlagzeilen in Übersee. In Asien und Amerika ist das leicht säuerliche, obergärige Bier mit den Goslaer Wurzeln gerade in vieler Munde.
Hohe Ehre für das "Leipziger Nationalgetränk" beispielsweise in den USA. "Pünktlich zu Beginn des Fußball-WM-Jahres hat das renommierte Wall Street Journal in seiner vorletzten Wochenendausgabe die Biere des Gastgeberlandes vorgestellt", so Stephan Zänker, Sprecher der Gasthaus & Gosebrauerei. Und gugge ma schau: "Neben Produkten aus München, Dortmund und Köln findet auch
die Original Leipziger Gose aus dem Bayerischen Bahnhof lobende Erwähnung - als Kuriosität auf dem deutschen Biermarkt, da ihr Koriander und Salz beigefügt werden." Offenbar sind die Autoren des Artikels von dem erheiternden Getränk so angetan, dass sie ihren Lesern auch gleich einen Besuch der "stimmungsvollen" Gasthausbrauerei empfehlen, wohl nichts davon ahnend, wie ungastlich die Bauarbeiten am benachbarten Citytunnel gerade sind. Dafür verweisen sie auf die interessante Geschichte der Gose, die einst von Goslar nach Leipzig kam.
"Wir sind schon etwas stolz darauf, in diesem Beitrag so lobend erwähnt zu werden", erklärt Geschäftsführer Thomas Schneider. Seit 2003 exportiert die Gasthaus & Gosebrauerei die Leipziger Spezialität in die USA. Bislang wurden 32000 Flaschen über den Atlantik gebracht, mittlerweile gibt es auch Abnehmer in Dänemark und Russland. "Mit der Gose verfügt Leipzig über ein Original, das überall Aufmerksamkeit erregt und wunderbar als Botschafter unserer Stadt wirkt", meint Thomas Schneider.
So auch in entgegengesetzter Himmelsrichtung. Nach Japan wird - wie berichtet - Döllnitzer Rittergutsgose exportiert, die zweite verfügbare Sorte des Bieres, hergestellt von der Leipziger Familienbrauerei Bauer. Genossen wird es unter anderem in Restaurants in Tokio, eins davon mit dem appetitlichen Namen "Die Wurst". "Der Deal mit Japan war zufällig über unsere Webseite zustandegekommen", erzählt Tilo Jänichen. Der ist langjähriger Geschäftspartner von Markeninhaber Adolf Goedecke, dessen
Familie wiederum das Döllnitzer Gut bis zur Enteignung 1945 gehörte. Nach der Wende in seine Heimat zurückgekehrt gründete Goedecke mit Jänichen die Firma W. Goedecke & Co., die einen Vertrag mit Bauer über die Herstellung unterzeichnet hat.
"Unsere japanischen Handelspartner von Zato Trading Tokio haben für jeden Fußball-WM-Austragungsort ein Getränk geordert. Für Leipzig ist die Döllnitzer Rittergutsgose ihr WM-Bier", erzählt Jänichen. Witzig: Für den Gose-Export müssen die Döllnitzer zwar keine speziellen Etiketten mit fremdartigen Schriftzeichen anfertigen, dafür aber eine Zutatenliste beifügen. In dieser Woche sind die 1000 Flaschen nebst Gläsern von Hamburg aus auf die vierwöchige Reise gegangen, stilgerecht in neuen Flaschen, die den alten langhälsigen Originalen nachempfunden sind. Ingolf Rosendahl
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