Pressemitteilung

Leipziger Volkszeitung vom 25.11.2004


Gose perlt in dickbauchigen Langhälsen

Neuigkeiten vom Nationalgetränk der Leipziger: Gleich zwei Kalender rund um die Gose liegen jetzt in den Läden. Der Wanderweg zu gut 20 einschlägigen Gastwirtschaften zwischen Leipzig und Halle wird bis Leutzsch und zum Cospudener See verlängert. Und Wirt Hartmut Hennebach hat tausende Flaschen in der originalen Form herstellen lassen.

"In ihrer 1000-jährigen Geschichte wird die Gose immer mit dickbauchigen, langhalsigen Flaschen in Verbindung gebracht", erklärt Hartmut Hennebach. Erste Abbildungen mit den Gefäßen sind aus der Biedermeierzeit bekannt. 1738 war das obergärige, leicht säuerliche Bier nach Leipzig gekommen. "Und bis 1966 wurde die Gose in besagten Flaschen ausgeschenkt, zum Beispiel im ,Hotel Fröhlich' in der Wintergartenstraße."

Längst sind die Originale gesuchte Sammlerobjekte. Jetzt hat Hennebach ein paar Tausend der Langhälse in Süddeutschland herstellen lassen. "Man kann alte und neue nicht unterscheiden", freut sich der Wirt. Goseliebhaber können die 0,75 Liter gefüllten Flaschen nun in seiner Gohliser Schenke "Ohne Bedenken" erwerben - oder vor Ort austrinken.

Apropos trinken: Puristen machen zwar einen Bogen darum. Aber "Regenschirm"-Liebhaber nehmen ihr Bier nicht ohne. "Jetzt gibt's neuen Gosen-Kümmel", erzählt Tilo Jänichen. "Hersteller des Likörs ist die Edelbrennerei Fischer & Bunge in Holzhausen." Seit 1996 machen Thomas Bunge und André Fischer mit sächsischen Spirituosen Münder wässrig. Jänichen, der mit Markeninhaber Adolf Goedecke für die Döllnitzer Rittergutsgose wirbt, kann zudem von einer Verlängerung des Gose-Wanderweges berichten. Der ist jetzt bis zum Cospudener See und nach Leutzsch ausgeschildert. Ausgeschenkt wird etwa am Pier 1, am Reiterhof Lukas sowie in der "Waldluft".

Wer's erst mal theoretisch angehen möchte, sollte bei der Verlagsbuchhandlung Bachmann im Alten Rathaus reinblättern. Dort gibt's die neuen Gose-Kalender 2005, die sich beide der Geschichte des Getränks mit der Goslarer Kinderstube widmen. Während Jänichen sich für seine Edition mit dem Gose-Sammler Frank Heinrich zusammengetan hat, stellte Hennebach Postkarten mit Bildern alter Leipziger Gosestuben zusammen. Der Anlass: Im nächsten Jahr feiert er den 100. Geburtstag von Gaststube und Biergarten.



<< zurück