Döllnitz/MZ/jaw. Gose, Gose? Da war doch mal was. Generationen ehemaliger Studenten glauben noch immer, das Wort bezeichne lediglich eine vom Akademiker- und Künstlernachwuchs gern und oft besuchte hallesche Gaststube. Doch mittlerweile sind es nicht mehr nur die ganz Alten, die es besser wissen. Seit die einst auch für jene Kneipe Pate stehende Bier-spezialität wieder gebraut wird, ist die Gose im Süden Sachsen-Anhalts auf dem besten Weg zum identitäts-stiftenden Kultgetränk.
Dass der obergärige, säuerlich-salzig schmeckende Durstlöscher nach über 55 Jahren hierzulande wieder mehr und mehr Freunde gewinnt, hat freilich nicht nur mit der 1999 eingeläuteten Brau-Renaissance unter dem Traditionsnamen "Döllnitzer Ritterguts Gose" zu tun.
|

Döllnitz in aller Munde: Eine Gose-Reklame aus dem Jahr 1908. (Foto: MZ) |
Das Buch zum Bier
Denn in dem bei Halle gelegenen "Gosedorf" Döllnitz hat sich längst ein Verein gegründet, der dem Getränk nicht nur durch fleißigen Konsum huldigt. Zu einer liebevoll gestalteten Ausstellung im halleschen Stadtmuseum hat der Arbeitskreis ein Buch herausgegeben, das jedem Gosefreund das unterhaltsame Rüstzeug zu seiner feuchten Passion bietet. In der reich mit historischen Fotos und Anzeigen bebilderten Festschrift "180 Jahre Rittergutsgose Döllnitz" widmen sich sieben Autoren mit Witz und Sachkunde der Kulturgeschichte des ursprünglich aus Goslar stammenden, aber erst im Raum Halle-Leipzig zu wahrem Ruhm gelangten Bieres. Auch Betrachtungen von Produzenten und Konsumenten enthält der Band.
Erhältlich ist das Gose-Buch für 15 Euro in "Bedemanns Lädchen" und in der Gaststätte "Bad" in Döllnitz sowie im halleschen Stadtmuseum.
|