Wanderwege

DER GOSE-WANDERWEG
VON HALLE NACH LEIPZIG

  Vom GIEBICHENSTEIN die Saale aufwärts nach WÖRMLITZ
  Von WÖRMLITZ nach AMMENDORF
  Von AMMENDORF zum Schloss DIESKAU
  Von DIESKAU ins Gosendorf DÖLLNITZ
  Von DÖLLNITZ nach BURGLIEBENAU
ALTERNATIVSTRECKE
  Von WÖRMLITZ durch die Saaleaue nach BURGLIEBENAU
NORD- und SÜDROUTE
SÜDROUTE:
  Von BURGLIEBENAU nach LÖPITZ
  Von LÖPITZ nach WALLENDORF
  Von WALLENDORF zum RAßNITZER SEE
NORDROUTE:
  Von BURGLIEBENAU nach WEßMAR (Ortsteil von Raßnitz)
  Von WEßMAR zum RAßNITZER SEE
ZUSAMMENFÜHRUNG von Nord- und Südroute
  Vom RAßNITZER SEE über ZWEIMEN nach KLEINLIEBENAU
  Von KLEINLIEBENAU nach DÖLZIG und LÜTZSCHENA
  Von LÜTZSCHENA nach WAHREN
  Von WAHREN in die LEUTZSCHER AUE
  Von der LEUTZSCHER AUE durchs Rosental nach GOHLIS




Vom GIEBICHENSTEIN die Saale aufwärts nach WÖRMLITZ

Beginnen Sie Ihre Tour in Richtung Leipzig an der alten Hallischen "Gosenschänke" in der Burgstraße Nr. 71. Dieses urige Goselokal hat sehr viel von seinem alten Flair erhalten. Der hiesige Gosenwirt Ingo Schneider kann Ihnen sicherlich einige interessante Sachen zur Schänke an sich und natürlich zur Gose erzählen. Jedes Jahr ab Himmelfahrt ist auch der Biergarten geöffnet.

Zunächst geht es ein kurzes Stück direkt in Richtung Burg Giebichenstein. Der Legende nach soll dort Landgraf Ludwig von Thüringen - mit einem Umhang als Fallschirm - von der Burg in die Saale gesprungen und somit seinem Todesurteil entronnen sein - fortan nannte man ihn deshalb "Ludwig den Springer".


Blick auf den Dom vom Karstadt Halle

Vor der Kröllwitzer Brücke bzw. Giebichensteinbrücke fahren Sie auf der linken Seite den Berg hinunter zum Rive-Ufer - Wer immer noch nicht glaubt, daß wir in Halle eine Hochgebirgslandschaft haben, der wird jetzt eines Besseren belehrt! Anschließend geht es rechts über die Ochsenbrücke, dann durch die Ziegelwiese und gleich wieder rechts auf die sehr schöne schmiedeeiserne Brücke der Freundschaft. Sie befinden sich jetzt - auch wenn Sie es sicher nicht bemerken - auf der Peißnitz-Insel. Nach der Brücke fahren Sie links in südlicher Richtung und kommen am Südende der Insel am ehemaligen Gut Gimmritz vorbei. Sie verlassen die Peißnitz über die Schafbrücke und fahren weiter bis zur großen Elisabeth-Brücke und überqueren hier die Stromsaale und befinden sich in der Mansfelder Straße (und wieder unbemerkt auf der nächsten Saaleinsel, Pulverweiden genannt). Dort weiter und am Ende des Kaufhauses Karstadt direkt rechts ab und am westlichen Ufer der Saale entlang. Bald geht es links hinunter und dann direkt am Ufer auf dem unbefestigten Weg weiter. Bitte achten Sie hier auf die Beschilderung zum "Saale-Wanderweg".


Wörmlitzer Hof

Jetzt fahren Sie links über die Hafenbahnbrücke. Anschließend geht's hoch zum Böllberger Weg, in den Sie rechts abbiegen und dem Sie weiter nach Halle-Wörmlitz hinunter folgen. Im Böllberger Weg Nr. 116 finden Sie den "Wörmlitzer Hof", wo Sie bei der Wirtsfamilie Zibarth nach der ersten Etappe Ihrer Gose-Tour erstmal verschnaufen und sich für die weitere Reise stärken können.

Strecke: 6,0 km

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Von WÖRMLITZ nach AMMENDORF

(Alternative: Von WÖRMLITZ durch die Saaleaue nach BURGLIEBENAU)

Nach der ersten Rast fahren Sie unten die Kaiserslauterner Straße weiter nach Süden und dann unter der Bahnbrücke hindurch links ab in die Prager Straße. Anschließend geht es rechts ab in den Eierweg auf das Telekomgebäude zu.

An dieser Stelle kann man auch die Alternativstrecke durch die Saaleaue über Röpzig und Kollenbey nach Burgliebenau wählen - allerdings muss man in diesem Falle das Schloss Dieskau und das Gosendorf Döllnitz auslassen. Die Streckenbeschreibung dazu finden Sie weiter unten.

Am Telekomgebäude biegen Sie links in die Kaiserslauterner Straße und folgen dieser. Dann geht es weiter auf der Karlsruher Straße und durch den Ortsteil Beesen auf der Dimitroffstraße in Richtung Ammendorf. Am Ende von Beesen fahren Sie den Berg hinab und unten direkt vor der Schafbrücke in die Elsterstraße (dort zunächst etwas schlechterer Weg) weiter in Richtung Ammendorf.


Schafbrücke über die Elster bei Beesen

In Ammendorf angelangt befindet sich an der Kirche eine große Straßenbahnhaltestelle - dort geht es links weiter in Richtung Leipzig. Das nächste Teilstück auf unserem Wanderweg führt über die Osendorfer Halde nach Dieskau.

Strecke: 5,0 km
Verkehrsanbindung: Bus-, Bahn- und Straßenbahnverbindungen nach Halle und Merseburg

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von AMMENDORF nach SCHLOSS DIESKAU

Von der Straßenbahnhaltestelle in Ammendorf geht es zunächst unter der Bahnunterführung hindurch in Richtung Döllnitz und dann sofort die zweite Straße (Alfred-Reinhard-Straße) links hinein, gerade durch bis an den Wald auf der Osendorfer Halde. Dort geht es den Berg etwas schräg hinauf. Hier liegen Bäume über den Weg als Sperre für Motorfahrzeuge. Als Fußgänger oder mit dem Fahrrad kann man jedoch bequem über die Stämme in den Wald hineinkommen. Hinweisschilder erklären hier die Waldwirtschaft. Der nach rechts abzweigende Weg geht über die Halde zur landwirtschaftlichen Betriebsstelle des Gutes Döllnitz (ehem. NVA-Gelände) wieder hinab. Unten am Berg angekommen, geht es links in das Gut. Führungen werden in der Presse bekanntgegeben.


Auf der Osendorfer Kippe


Markierungsstein auf der Osendorfer Kippe

Ihr Weg führt jedoch weiter nach rechts und gleich wieder scharf links in Richtung Dieskau. Dort ist der Weg ausgeschildert. Sie müssen dann nach rechts abbiegen und südlich um den Osendorfer See herumschwenken. Parallel zur Straße Bruckdorf - Osendorf führt ein Weg bis zum Eingang der Osendorfer Regattastrecke auf dem Osendorfer See. Wenn dort offen ist, können Sie sicherlich einmal hineinschauen. In Jahrzehnten haben viele Menschen ihre Freizeit selbstlos zur Gestaltung von Anlagen und Natur unter der Schirmherrschaft der Döllnitzer Familie Kunitzsch eingebracht.

Danach biegen Sie rechts ab in den Dieskauer Park und bewegen sich durch den Park nach Norden in Richtung des Schlosses Dieskau. Hier finden in den Sommermonaten sonnabends und sonntags jeweils um 14.00 Uhr und um 16.00 Uhr Führungen statt. An einigen Sonntagen gibt es auch - jeweils um 16.00 Uhr - die bekannten Konzerte des "Dieskauer Sommers" in der Kirche. An diesen Tagen fällt dann die Führung um 16.00 Uhr aus. In Dieskau erhalten Sie auch eine Wegebeschreibung des Dieskauer Parkes selbst.


Blick zum Schloss Dieskau


Dieskauer Park

Im Dieskauer Schloss, das bis vor drei Jahren dem Verfall preisgegeben war, hat sich die Familie von Rauchhaupt mit hervorragendem Sachverstand der Restaurierung gewidmet. Die von Rauchhaupts können aber nicht nur das, sondern Ihnen auch ein kühles Glas Döllnitzer Ritterguts Gose im "Schloßcafé Dieskau" ausschenken.

Strecke: 6,4 km
Verkehrsanbindung: Sie erreichen Dieskau von Halle auch mit der Buslinie 43.

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Von DIESKAU ins Gosendorf DÖLLNITZ

Nach dem Genuss einer leckeren Gose in Dieskau geht es - sicherlich auf einem anderen Weg - wieder in Richtung Süden, die Blickachsen des Parks und die Erfolge der unermüdlichen Erhalter des Parks würdigend. Am Parkende gibt es einen Feldweg mit in den letzten Jahren angepflanzten bunten Hecken in Richtung Döllnitz - genau in südlicher Richtung. In Döllnitz angekommen, überqueren Sie die Regensburger Straße und bewegen sich auf der Halleschen Straße zur Dorfmitte. Sie biegen sehr schnell halb rechts in die Ledermannstraße ein und fahren auf das alte, leider - vor und vor allem nach der Wende in Treuhandzeit - zerfallene Döllnitzer Rittergut zu.


Feld zwischen Döllnitz und Dieskau


Döllnitzer Gut

Johann Phillip Ledermann, nach dem die Straße benannt ist, war der erste Döllnitzer Braumeister. Er wurde 1824, mit dem Gose-Braurezept aus Goslar kommend, von Johann Gottlieb Goedecke eingestellt und hob die "Döllnitzer Ritterguts Gose" aus der Taufe. Seinen Künsten sind wir auch heute noch dankbar. Das alte Geheimrezept wird von der Familie Goedecke seit über 175 Jahre gehütet und bewahrt. Seit September 1999 stellt die Firma W. Goedecke & Co. die Ritterguts Gose wieder in der alten Tradition her.

Im Rittergutshof selbst ist das gut erhaltene Herrenhaus zu sehen. Von der Brauerei ist nichts übrig-geblieben; letzte Restruinen wurden im Jahr 2001 abgerissen. Direkt hinter dem Gut befindet sich die Weiße Elster. Vor dem Gut ist noch ein größeres Gebäude sichtbar. Auf der linken Seite stand früher die gutseigene Mälzerei. Im Gut selbst dienten die hohen Speicher mit den Trockenböden zur Trocknung und zur Lagerung des Getreides, das dann später selbst vermälzt wurde. Hier wurde früher überhaupt fast alles selbst hergestellt: Das Getreide für das Malz, die Kohle für die Befeuerung der Braukessel, die Ziegel für die Gutsgebäude usw. - selbst die Pferde, die die berühmten braunen Gosewagen nach Halle und Leipzig zogen, wurden selbst gezüchtet. Einen kleinen Eindruck, wie es hier früher aussah, vermittelt das historische Werbeplakat von 1908, welches im Hintergrund das Rittergut zeigt (siehe Vorwort).


Gasthof "Bad" in Döllnitz


Gosewagen auf dem Gasthof "Bad"

Vor dem Gut biegen Sie links ab. Es geht geradeaus in die Elsterstraße. Dort erreichen Sie dann den bekannten Döllnitzer Gasthof "Bad". Die Wirtsfamilie Müller kann Ihnen viel Interessantes über den "vorzüglichen Stoff", die Gose, erzählen. Seinen Namen hat die Wirtschaft übrigens daher, dass sich hier im 19. Jahrhundert ein beliebtes Fluss- und Wannenbad befunden hat, welches noch bis 1959 genutzt wurde.

Strecke: 3,3 km
Verkehrsanbindung: Von Döllnitz nach Halle führt die Buslinie 24.

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Von DÖLLNITZ nach BURGLIEBENAU

Die nächste Station ist Burgliebenau am anderen Ufer der Weißen Elster - nun stehen zwei Alternativen zur Wahl:

Der kürzere Weg: Vom Gasthof "Bad" geht es die Elstergasse weiter entlang zur inzwischen weitgehend renovierten Döllnitzer Kirche. Diese lassen Sie links liegen und kommen geradeaus zum Thälmannplatz. Dann geht's links in die kleine Schluppe hinein , an die sich der Rudolph-Breitscheid-Steg anschließt. Dieser Weg führt Sie - an der Feuerwehr Döllnitz und einer Gartensparte vorbei - zum Hubschütz.

Der interessantere Weg: (nur in der zweiten Jahreshälfte möglich!)* Dieser Weg geht zunächst ebenfalls die Elstergasse weiter, dann aber an der Döllnitzer Kirche rechts ab in das ehemalige, leider stark verfallene Mühlengelände. Anschließend überqueren Sie die Brücke über die Mühlelster und gleich danach die schmale Brücke über den Hauptfluß. Nun geht es links in den Wald hinein. Im Wald fahren Sie rechts über die Falkenbrücke und dann wieder links in Richtung Flutkanal der Elster. Entweder auf oder unterhalb des Dammes geht es nun nach links in Richtung Hubschütz.


Verfallene Döllnitzer Mühle an der Mühlelster

Am Hubschütz kommt die kanalisierte Elster wieder in das alte, mäandernde Flußbett hinein. Nur 35 m³/sec. dürfen hier passieren. Bei Hochwasser (wir hatten schon 175 m3/sec.!) fließt alles in die sogenannte Auslauftrompete der Dämme und das große Wiesengelände in Richtung Ammendorf.


Der Hubschütz - ein Regulierungswehr an der Elster bei Döllnitz


Elsterwehr Döllnitz


Wald beim Hubschütz

Nach dem Hubschütz fahren Sie auf dem Norddamm weiter, unter der Eisenbahnbrücke hindurch und überqueren die Weiße Elster dann auf der Straßenbrücke (der Weg über die Eisenbahnbrücke ist offiziell nicht erlaubt!). Der Straße weiter folgend erreichen Sie bald Burgliebenau. Am Ortseingang biegen Sie rechts in das Dorf ein. Hinter dem kleinem Teich auf der linken Seite finden Sie Ihre nächste Einkehr, den Dorfkrug "Zur Grünen Aue".


Elsteraue bei Burgliebenau

In Burgliebenau befindet sich eine liebevoll und aufwendig hergerichtete Barockkirche, die der bekannte Künstler Hans Rothe in jahrelanger Kleinarbeit mit vielen Helfern aus Burgliebenau restauriert hat. Alle Malereien wurden von ihm nach alten Rezepten erneuert. Der Gewand-hausorganist Michael Schönheit hat die Orgel restauriert. Mit ihm organisiert der "Freundeskreis Musik und Denkmalpflege in Kirchen des Merseburger Landes e.V." hervorragende Konzerte in der Kirche. Beide Künstler leben auch in Burgliebenau.

* (In den Monaten Januar bis Juni ist der Wald zum Teil aus Vogelschutzgründen gesperrt. In der zweiten Jahreshälfte kann wieder durch den Wald gewandert werden, da dann die Brutzeit beendet ist.)

Strecke: 3,0 bzw. 3,5 km

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A L T E R N A T I V S T R E C K E

Von WÖRMLITZ durch die Saaleaue nach BURGLIEBENAU

Wie oben angekündigt, können Sie von Wörmlitz aus auch auf einer Alternativstrecke nach Burgliebenau gelangen - allerdings müssen Sie dann leider Dieskau und Döllnitz auslassen.

Nach der Rast im Wörmlitzer Hof fahren Sie den Böllberger Weg weiter nach Süden bis zu dessen Ende und dann unter der Bahnbrücke durch links ab in die Prager Straße. Anschließend geht es rechts ab in den Eierweg auf das Telekomgebäude zu. Dem nun breiter werdenden Eierweg folgen Sie nun weiter hinunter über die Saale bis Sie schließlich nach Röpzig gelangen.

Sie fahren an Röpzig vorbei und folgen dann kurz vor Hohenweiden der Beschilderung zum "Saale-Wanderweg" weiter nach Hohenweiden. Von dort geht es ein kurzes Stück auf der Hauptstraße bis nach Rattmannsdorf. Manche wagen sich auf der linken Seite auf den Radweg, der aber teilweise sehr eng wird. Sicherer ist es, nach Rattmannsdorf vorschriftsmäßig auf der rechten Straßenseite zu fahren.

In Rattmannsdorf ist dann links ausgeschildert und der Weg führt weiter zum Wehr und anschließend nach Planena hinein. Von Planena geht es weiter zur Bundesstraße B 91 und genau gerade darüber hinweg. Auf der anderen Seite fahren Sie hinunter nach Kollenbey, dem sehr schönen Auendörfchen mit seinen Störchen.

In Kollenbey könnte man sehr schnell und bequem auf dem direkt nördlich des Ortes vorbeilaufenden Damm nach Burgliebenau gelangen - aber Achtung: Hier ist das Betreten, respektive Befahren von der Wasserwirtschaft nicht erlaubt.

Sie nehmen also den regulären Weg durch Kollenbey, wo Sie am Ortsende auf den nach Osten neben der alten Brücke verlaufenden Weg in Richtung Verbindungstraße Merseburg - Lochau ("Fürstendamm") zufahren. Auf der Landstraße angekommen, fahren Sie nach links. Bald sind Sie in Burgliebenau angekommen und können im Dorfkrug "Zur Grünen Aue" einkehren - diese Gose haben Sie sich wirklich verdient!

Ab Burgliebenau können Sie einerseits dem regulären Wanderweg in Richtung Leipzig weiter nach Löpitz folgen. Sie können andererseits - falls Sie schon wieder zurück nach Halle möchten - aber ebenfalls den regulären Weg über Döllnitz und Dieskau nach Ammendorf usw. wählen.

Strecke: 13,0 km

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NORD- und SÜDROUTE

Hinter Burgliebenau teilt sich der Gose-Wanderweg in die Nord- und die Südroute.

Die Nordroute führt Sie weiter entlang der Weißen Elster über Raßnitz nach Weßmar und dann in südlicher Richtung am Raßnitzer See vorbei, um sich dann - zwischen Wallendorf und Zöschen - wieder mit der Südroute zu vereinigen.

Die Südroute führt zwischen den großen Tagebauseen hindurch über Löpitz und Wallendorf und trifft sich mit der anderen Route an der genannten Stelle.



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S Ü D R O U T E

Von BURGLIEBENAU nach LÖPITZ

Nach dem gemütlichen Dorfambiente in der Gastwirtschaft "Zur Grünen Aue" fahren Sie dann auf die Dorfstraße hinaus. Nach Überquerung der Hauptstraße ("Fürstendamm") nehmen Sie den Weg halb links. Sie gelangen nun in das ehemalige Bergbaugelände des Tagebaus Merseburg-Süd. Hier sind inzwischen zwei große Seen entstanden.

Jetzt haben Sie zwei Möglichkeiten:

Auf einem etwas längeren Weg wird der Wallendorfer See linksseitig umfahren. Sie kommen bald an der Flutungsanlage für diesen See vorbei. Hier wird das Wasser aus der Weißen Elster zur weiteren Flutung des Tagebaus auf die vorgesehene Höhe von 82 m N.N. benutzt. Direkt dahinter geht es halbrechts den Weg am See entlang.

Wer es eilig hat, kann auch auf dem kürzeren Weg nach der ersten Rechtsabzweigung direkt am Ufer des Wallendorfer Sees entlang, bald halblinks mitten durch die Schonungen des angepflanzten Jungwaldes hindurch, fahren. Vom Seeufer aus sieht man bereits einige Häuser von Löpitz im Westen sowie Wallendorf weiter östlich über den See schimmern.

Der kurze und der lange Weg vereinigen sich bald nach dem Aussichtsberg, dessen Erklimmung kein großes Hindernis bietet. Es geht weiter am See entlang. Schon in der Höhe von Wallendorf geht ein kleiner Weg zum See hinunter, jedoch nach Löpitz müssen Sie links abbiegen und sofort wieder nach rechts. Hier sehen Sie schon die Wallendorfer Kirchturmspitze hervorschauen. (Weiter nach Süden würden Sie auch gleich nach Wallendorf kommen, aber Löpitz ist die Reise wert. Auch ein Abstecher in die nahe Umgebung mit den wunderbaren Auewäldern und -wiesen lohnt sich.)

Auf dem breiten Weg geht es weiter in Richtung Osten. Sie stoßen auf eine Kreuzung (alte Platten mit etwas Teer). Sie biegen erst links und dann sofort wieder rechts in einen schmalen Weg in Richtung Löpitz ein. Nach einiger Zeit sehen Sie links die Ortschaft Löpitz und einen gepflegten Weg, der in das Dorf hineinführt. Die Gastwirtschaft "Zum Rittergut" finden Sie sofort rechts, wenn Sie auf die Autostraße kommen. Hier können Sie bei schönem Wetter Ihre Ritterguts Gose auch im Biergarten unter herrlichen, großen Bäumen genießen.

Strecke: 8,3 km bzw. 8,0 km

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Von LÖPITZ nach WALLENDORF

Von Löpitz aus geht es den gleichen Weg wieder zurück und an der Kreuzung mit den Platten biegen Sie rechts nach Wallendorf ab. Sowie Sie über die Brücke über das trockene Bett der alten Luppe hinweg sind, nehmen Sie den schmalen Weg, der in den Ort führt, kommen an der Kirche vorbei und biegen später rechts in die Kellerbergstraße ab. Dann geht es weiter in Richtung Hauptstraße und Sie kommen dort direkt beim historischen "Weinkeller Wallendorf" an.

Der Legende zufolge soll bereits Kurfürst August der Starke hier eingekehrt sein. Leider hatte er's nicht so gut wie Sie: Die Gose ist erst fünf Jahre nach seinem Tode in unseren Gefilden eingeführt worden, als der Alte Dessauer 1738 das Ausschankrecht für die erste Gosenschänke beim Leipziger Rat erwirkte. Also: Nichts kann und soll Sie davon abhalten, sich nach Ihrem Weg bei einer wohlverdienten Gose und einem phantastischen Imbiss im urigen Gewölbe des Weinkellers - bei gutem Wetter auch davor im Freien - ordentlich zu stärken. Die vorzüglich angerichteten Speisen sind ihren Preis wert. Gesättigt und mit genügend gestilltem Durst können Sie jetzt den etwas weiteren Weg nach Kleinliebenau antreten.

Strecke: 2,5 km

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Von WALLENDORF zum RAßNITZER SEE

Sie fahren nun wieder die Strecke südlich der beiden Tagebauseen entlang nach Osten, in Richtung Leipzig. Mit etwas Orientierungssinn müssen Sie nicht unbedingt den gleichen Weg wieder auf die Uferstraße zurücknehmen, sondern können in nordöstlicher Richtung durch die Wallendorfer Aue auch wieder zum See gelangen. Um das zu versuchen, fahren Sie die kleine Stichstraße (Kellerbergstraße), die von der Hauptstraße abgeht, wieder zurück und biegen dann halbrechts ab und kommen auf einen sehr schönen, kleinen Feldweg, der Sie auf einer Abkürzung zum See zurückführt. Nach kurzer Zeit sehen Sie am Nordufer des Raßnitzer Sees, von Westen her zunächst Raßnitz, dann die Kirche von Weßmar und oben auf der Höhe Röglitz und ganz im Osten das Neubaugebiet von Ermlitz. Genau geradeaus nach Osten ist der Kirchturm von Zweimen zu erkennen. Wo der Weg eine Linkskurve macht, geht es anschließend bei den drei jungen Eichen ("Drei-Eichen-Kreuzung") sofort wieder nach rechts weg (geradeaus geht es nach Weßmar). Hier vereinigen sich Nord- und Südroute wieder.

Strecke: 3,0 km

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N O R D R O U T E

Von BURGLIEBENAU nach WEßMAR (Ortsteil von Raßnitz)

Wenn Sie Burgliebenau verlassen und über den "Fürstendamm" (Landstraße) auf der Gabelung die halb linke Route nehmen, gelangen Sie zum westlichen See des Tagebaugebietes (Wallendorfer See) und verfolgen diesen genau nach Osten, verlassen bald den See und kommen nach der Durchquerung einer Landschaft mit Jungwald und Feldern, alles aufgeschüttetes ehemaliges Tagebaugelände, zum Aussichtsturm zwischen den beiden Seen. Sie fahren zur Brücke über die Elster hoch und sehen flußaufwärts auf der Nordseite der Elster bereits die Kirche von Weßmar, einem Ortsteil von Raßnitz. Vor der Kirche befindet sich die "Sportgaststätte Raßnitz". Hier gibt es drinnen oder draußen immer Gose.

Sie können entweder auf dem Damm und dann über den Sportplatz zu dieser Gastwirtschaft gelangen oder unterhalb auf der kleinen Straße, die in einen schmalen Fußweg einmündet, und kommen dann später von der Hauptstraße direkt in die Gastwirtschaft.

Strecke: 5,5 km
Verkehrsanbindung: Busanbindung nach Halle

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Von WEßMAR zum RAßNITZER SEE

Nach der Verschnaufpause in Weßmar und einem Blick auf und um die alte Weßmarer Kirche, mit der tragisch-traurigen Liebesgeschichte des Töchterleins des Pfarrers aus alten Zeiten, die Sie in der Gastwirtschaft erfahren können, nehmen Sie den gleichen Weg zurück über die Brücke, biegen jetzt nach links ab nach Osten und schwenken bald nach Süden um den Ostsee herum, bis Sie an die Stelle kommen, wo der Raßnitzer See nach Westen abschwenkt. Hier ist ein mit drei kleinen Eichen bepflanztes Wegedreieck ("Drei-Eichen-Kreuzung"). Von da aus geht es dann weiter nach Osten in Richtung Kleinliebenau.

Strecke: 4,9 km

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Z U S A M M E N F Ü H R U N G

Unterhalb des Raßnitzer Sees, ab der Stelle mit den drei kleinen Eichen ("Drei-Eichen-Kreuzung"), wo sich die Wege von Wallendorf und Weßmar treffen, geht es auf einer gemeinsamen Wegführung weiter in Richtung Kleinliebenau.


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Vom RAßNITZER SEE über ZWEIMEN nach KLEINLIEBENAU

Von der Zusammenführung der Wege hat man noch einmal einen Blick auf die Kirche von Zöschen. Ein Stück weiter kommt eine Wegkreuzung, die gerade überquert wird.

Danach bleiben Sie auf dem Weg nach Zweimen, bis er nur nach rechts, in eine Rechtskurve einmündet. Vor Zweimen nehmen Sie nicht den ersten Weg, der nach ca. 200 m links in den Wald abgeht. Sie biegen vielmehr nach weiteren 200 m in den zweiten Weg links ein und fahren den Weg über die alte Luppe-Brücke hinweg nach Zweimen hinein. Hier finden Sie den "Gasthof Zweimen", der neben einer frischen Döllnitzer Gose sicher auch manch andere Stärkung für Sie bereit hält.


Sumpfbiber an der Luppe bei Zweimen


Gasthof Zweimen

Sie verlassen Zweimen gut gestärkt und folgen nun den Hinweisschildern in Richtung Schkeuditz. Bald gelangen Sie auf der wenig befahrenen Straße nach Dölkau, wo sich ein sehenswertes Schloss befindet, das z.Z. als Tagungs- und Fortbildungszentrum für die Wirtschaft umgebaut wird. Bis zur Fertigstellung vergehen aber noch etwa zwei Jahre.


Schloss Dölkau

Weiter geht es nun nach Horburg. Dazu fahren Sie am Dölkauer Gut links auf den großen Torbogen des Rentamtes zu und biegen vor dem Tor rechts ab. So kommen Sie nach ca. 500 m wieder auf die Straße, dort weiter nach links. Nachdem Sie die kleine Brücke passiert haben und bevor Sie an die Gärten kommen, biegen Sie rechts in den kleinen Wiesenweg ein und sind bald im Horburger Hochwald. Sie kreuzen den geschotterten Waldweg und sehen eventuell schon die Horburger Dorfkirche. Sie fahren am Waldrand entlang nach Horburg hinein und kommen an die Behindertenhilfe, wo Sie nach rechts abbiegen.

Auf der Hauptstraße fahren Sie wieder rechts und dann links weiter in Richtung Schkeuditz. Unter der Autobahn A 9 hindurch sind Sie bald in Kleinliebenau angekommen.

Die Kirche des Ortes scheint vom Schicksal der ehedem recht beeindruckenden Rittergutsgebäude bedroht, die sind nach und nach zusammengefallen. Dabei hat's das Kirchlein ja in sich. Eine spätgotische Sakramentsnische, einen Kanzelaltar und das Grabmal des Hans von Karneworf. Letzteres zeigt den aus altem meißnischen Adel stammenden Verblichnen in einer Rüstung des sechzehnten Jahrhunderts. Leider ist die mehrfach geschändete Kirche unzugänglich. Mehr als sie vor weiteren Vandalismus zu schützen scheint derzeit nicht möglich.

Direkt an der Hauptstraße, welche im Ort Gutshofstraße heißt, befindet sich auf der linken Seite - gegenüber des inzwischen abgerissenen Ritterguts - das einladende "Gasthaus Kleinliebenau". Dieses entstand 1823 und wurde im Jahre 1998 schön restauriert. Im Innenbereich finden auch größere Wandergruppen genügend Platz. Bei warmen Wetter lädt jedoch der wunderschöne Biergarten und die freundliche Wirtsfamilie zum Verweilen unter den großschattigen Kastanien ein.

Strecke: 6,5 km

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Von KLEINLIEBENAU nach DÖLZIG und LÜTZSCHENA

Wenn Sie nun Kleinliebenau verlassen, können Sie entweder direkt weiter in Richtung Lützschena fahren oder Sie machen den kleinen, aber lohnenden Abstecher zur "Holländischen Mühle" nach Dölzig.

Wenn Sie sich für Dölzig entscheiden, verlassen Sie Kleinliebenau auf der Gutshofstraße in östlicher Richtung bis Sie auf die Hauptstraße von Schkeuditz nach Markranstädt gelangen. In diese biegen Sie rechts ein und nach zirka 2 km sind Sie bereits am Ziel und kehren in die sehr schöne "Holländische Mühle" ein. Diese Gastwirtschaft liegt direkt am alten Handelsweg von Merseburg nach Leipzig, auf dem einst auch die Gose mit Pferdewagen in die Messestadt transportiert worden ist. Nach Ihrer Einkehr fahren Sie den gleichen Weg einfach zurück bis zur Abbiegung nach Kleinliebenau und folgen dann der weiteren Wegbeschreibung nach Lützschena.

Der direkte Weg nach Lützschena führt Sie zunächst auf der Gutshofstraße weiter nach Osten. Sie überqueren die Straße von Schkeuditz nach Markranstädt und genießen weiter die ruhige Auenlandschaft. Sobald als möglich versuchen Sie links auf den Luppedamm zu kommen - beispielsweise auf dem Weg, der nach der größeren Wiese links abgeht.


Domholzschenke

Der Damm ist teilweise vom Waldsaum schön überdacht. Nach kurzer Zeit erreichen Sie eine schmale Brücke, auf welcher Sie die Luppe in nördlicher Richtung überqueren. Dann folgen Sie dem Damm am Nordufer bis zur Gundorf-Hänicher-Straße, die von Böhlitz-Ehrenberg kommt. In diese biegen Sie links ein und nach nur 200 m sind Sie schon in Lützschena angekommen. Zum Elsterberg fahren Sie nun links hoch.

Dort erwartet Sie im "Bürgerhaus" die gose-enthusiastische Wirtsfamilie Göhlitz mit alten Schaustücken und Geschichten zur Gose, aber auch mit dem herrlichen Biergarten "Auenblick" hoch über der Weißen Elster und einem entsprechend schönem Blick in die Aue darunter. Wenn Herr Göhlitz sen. Ihren Hunger und Durst gestillt hat, und nicht zu viele Gäste seiner Kochkünste harren, wird er Ihnen auch gern etwas über die Gose und über Leipzig erzählen.

Hinweis: "Das Bürgerhaus" hat momentan nur zu Himmelfahrt und bei Veranstaltungen geöffnet. Bei größeren Wandergruppen kann jedoch vorab telefonisch ein Termin mit dem Wirt vereinbart werden (Telefon: 0341/ 46 12 360).

Lützschena, seit 1221 Rittersitz, kam 1822 an den Leipziger Kaufmann Maximilian Speck. Der Mann war damals bereits ein gemachter Mann und brauchte das Gut nicht als Lebensgrundlage. Er leistete es sich wohl vornehmlich wegen des Vergnügens an der Einrichtung eines Mustergutes. Speck warf sich auf den Hopfenanbau, baute eine Brauerei und betrieb eine große Schäferei. 1836 bekam Speck dann vom bayerischen König den Adelsbrief - nicht den geringsten übrigens, er wurde Freiherr. Speck von Sternburg durfte er sich fortan nennen und unter diesem Namen firmierte nun auch seine Brauerei - Sternburg-Bier, das war in der Tat ein Gütesiegel sic transit gloria mundi. Was die Sternburgs aber wirklich groß gemacht hat, ist ihr Engagement für die Stadt Leipzig.

Strecke: 5,5 km / über Dölzig 9,5 km
Verkehrsanbindung: In Lützschena können Sie die Straßenbahn Leipzig - Schkeuditz besteigen.

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Von LÜTZSCHENA nach WAHREN

Nun aber wieder auf den Weg zum nächsten Ziel nach Leipzig. Um wieder auf den Norddamm der Luppe zu kommen, können Sie entweder den gleichen Weg zurück nehmen oder Sie fahren über die Straße nach Böhlitz-Ehrenberg hinweg und erreichen durch die Hohle Gasse und den Bauernsteig das Mühlengut, in welches Sie rechts einbiegen. Nach dem Gutshaus sehen Sie zur Rechten eine alte Wassermühle. Dem Schlossweg folgend überqueren Sie erst eine Holzbrücke über die Elster, dann die Brücke über das sog. Hundewasser hinweg. An dem Damm angekommen, biegen Sie nach links ab und fahren weiter stromaufwärts. Nach einiger Strecke sehen Sie rechts die Nahle in den Luppe münden.


Neue Luppe Lützschena

Ungefähr 100 m nach der Mündung erreichen Sie die Gustav-Esche-Straße, in welche Sie vorm Auensee links einbiegen. Sie fahren diese Straße nur wenige hundert Meter und biegen dann gleich rechts in die Rittergutsstraße ab und überqueren die Weiße Elster. Kurz danach erreichen Sie über die Linkelstraße leicht bergan die Georg-Schumann-Straße. An der Straßenecke, gleich gegenüber dem Rathaus Wahren, sehen Sie schon das Restaurant "Alt-Wahren", wo Sie der freundliche Wirt Uwe Hübner bereits mit einer frischen Gose erwartet!

Strecke: 4,0 km

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Von WAHREN in die LEUTZSCHER AUE

Nach Ihrer Rast fahren Sie einfach den oben beschriebenen Weg zurück zum Luppedamm. Sie können aber auch am Ende der Linkelstraße in den halb links abzweigenden Weg Am Hirtenhaus einbiegen und die Elster auf einer kleinen, aber schönen Brücke überqueren. So kommen Sie direkt zum Auensee, den Sie nun rechts liegen lassen. Am Ende der Sees fahren Sie links über die Gleise der Parkeisenbahn und gelangen am Eisenbahn-Viadukt wieder auf den etwas höher liegenden Dammweg zurück.

Vom Auensee aus geht es nun auf dem Luppedamm flussaufwärts weiter. Diesen fahren Sie weiter entlang bis Sie an die S-Bahn-Brücke über die Luppe kommen. Hier verlassen Sie den Dammweg und fahren unter der Brücke hindurch (Vorsicht, bitte den Kopf einziehen!). Nach der Unterquerung der S-Bahnbrücke kommen Sie an eine Wegekreuzung.

Von hier aus machen Sie einen kleinen Abstecher in die Leutzscher Aue! Dazu biegen Sie an der Kreuzung rechts in den Heuweg ab und überqueren die Luppe. Nach 500 m entlang der Bahngleise gelangen Sie zum Nahlesteg - linkerhand sehen Sie die Kleine Luppe in die Nahle münden. Nach weiteren 300 m biegen Sie am Hinweisschild links in den Wald ein und sind schon am Ziel.


Mündung kleine Luppe in die Nahle


Gaststätte "Leutzscher Aue"

Leutzsch bietet gleich mehrere Stationen auf dem Gose-Wanderweg, die zwar kaum mehr als zweihundert Meter voneinander entfernt sind, aber für zwei Alternativen bei der Fortbewegungsart stehen: den Reiterhof Lukas mit seiner "Reiterklause" und das Gartenlokal "Waldluft".

Wer den Gosenweg zu Pferde zurücklegen oder in Gesellschaft von Gosenwirt zu Gosenwirt kutschiert werden möchte, ist beim Reiterhof Lukas an der besten Adresse. Hier braucht's kein Königreich für ein Pferd. Der Reiterhof ist kaum zu verfehlen. Die "Reiterklause" bietet eine wirklich opulente Speisekarte zu erfreulich unfeudalen Preisen und mit der Person ihres Inhabers einen Partner für die berittene Erkundung des Gosewanderwegs.


Reiterhof Lukas mit Reiterklause

Übrigens führt die Route der Reiter alsbald auf den Jakobsweg. Genau dort nämlich, wo Reiter geradewegs vom Reiterhof die Unterführung der Bahnlinie erreichen. Dort, an der Brücke sehen wir das Wegzeichen des Jakobswegs - eine gelbe Muschel auf blauem Grund - markiert, dass wir auf dem Jakobsweg angelangt sind. Genauer gesagt, auf einen der Jakobswege. Ob irgendwann einmal, wirklich alle Wege nach Rom führten, bleibe dahingestellt, aber dass im Mittelalter von überall her Wege nach dem spanischen Santiago führten, leidet keinen Zweifel. Die Pilgerfahrt dorthin, zum Grabe des Apostels Jakobus wurde für über die Maßen heilsam gehalten. Die Bereitschaft, sich um seiner Seele willen aus den hintersten Winkeln Europas auf die ein oder zwei Jahre währende und alles andere als sichere geschweige denn komfortable Pilgerfahrt zu begeben, war erstaunlich weit-verbreitet. Merkwürdig? Ach was, so grundsolide begründet, wie unsere Bereitschaft, um beinahe jeden Preis mit der Zeit zu gehen, war sie allemal


Gaststätte "Waldluft"

Das Gartenlokal "Waldluft" liegt vom Reiterhof kommend, nur ca. 250 m gleich rechts um die Ecke, inmitten einer der kleinsten Gartensparten Leipzigs. Beinahe vollständig vom Wald umgeben, sind die winzigen von alten Lauben in Puppenstubenformat bestandenen Parzellen, ein Urbild früher Kleingartenkultur. Die Zitate aus der Villenarchitektur an kaum kleiner denkbaren Holzhäuschen scheinen exemplarisch für das, was man früher kleinbürgerlich nannte. Wobei man darauf bedacht war, ein gerüttelt Maß Verachtung laut werden zu lassen - zu unrecht: jedermann sehen zu lassen, was einem das Leben zu wünschen übrig lässt, ist mindestens so legitim wie das Bedürfnis, Erfolg stilvoll in Szene zu setzen. Das Lokal selbst, dem ein kleiner Biergarten vorgelagert ist, wird engagiert geführt, ist liebevoll eingerichtet und was die Küche angeht, einfach und gut, also einfach gut.


Kleine Luppe in der Leutzscher Aue

Wer die Gartenkolonie verlässt, gelangt rechter Hand auf den Wanderweg und wenige Schritte weiter an eine Weggabelung. Der rechte Weg ist der rechte und führt - über die kleine Luppe - in den Wald, der hier etwas lichter und von Buchen geprägt ist. Lange dauert es aber nicht, bis man aus dem Wald heraustretend vor der Linie der alten Sächsisch-Thüringischen Eisenbahn steht und neuerlich rechts auf den Heuweg einbiegen muß. Der führt zunächst über die Nahle, sodann über die Luppe zurück zur Wegekreuzung an der S-Bahnbrücke.

Strecke: 4,5 km

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Von der LEUTZSCHER AUE durchs Rosental nach GOHLIS

(Alternative: Zusatzstrecke über Plagwitz zum Cospudener See)

Jetzt geht's auf nach Gohlis, denn wie heißt es doch so schön:

"Wem's nich wohl is', geht nach Gohlis, durch das schöne Rosental,
trinkt `ne Gose, ganz famose, gesund wird er auf jeden Fall!"

Aus der Leutzscher Aue kommend, sind Sie nun wieder an der Wegekreuzung an der S-Bahn-Brücke über die Luppe angelangt. Geradeaus weiter kommen Sie auf eine kleine Straße und erreichen bald die Anlagen des Klärwerkes Rosental auf der rechten Seite. Dann überqueren Sie die Weiße Elster auf einer kleinen Brücke. Auf der Brücke sehen Sie rechts den Elstermühlgraben in die Elster münden.

Sie biegen nach 50 m von der kleinen Kopfsteinpflasterstraße links ab und gelangen nun ins Leipziger Rosental. Zunächst fahren Sie in südlicher Richtung an einem kleinen Teich vorbei, den Sie links liegen lassen. Bald haben Sie den Aussichtsturm im Rosental erreicht - an Tagen mit guter Sicht lohnt es sich, das Stahlgerüst zu erklimmen, um einen wundervollen Ausblick über ganz Leipzig zu genießen.


Aussichtsturm Rosental


Mündung Elstermühlgraben am Klärwerk Rosental

Nach dem Abstieg vom Turm folgen Sie dem Weg weiter nach Süden und sehen links die Parthe, welche Sie nun weiter durchs Rosental begleiten wird. Dem Flußlauf folgend erreichen Sie die Platnerstraße. In diese biegen Sie links ein und überqueren die Brücke. Kurz danach fahren Sie rechts in den Poetenweg ein. Nach ca. 300 m kommen Sie zu einer Kreuzung, an der Sie links in den Schlößchenweg einbiegen, welcher Sie weiter in die Menckestraße führen wird.

Dort sehen Sie gleich zur Rechten das wunderschöne Gohliser Schlößchen. Ein reizender Bau, in welchem Elemente französischen und sächsischen Barocks originell verbunden worden sind. Erstaunlich aber ist an dem kleinen Landsitz, dass es sich bei ihm keineswegs um die Sommerfrische eines Edelmannes handelt. Es war der Leipziger Kaufmann und Ratsbaumeister Johann Caspar Richter, der sich hier eine architektonische Nobilitierung genehmigte. 1755 begann der Bau, 1756 war er beinahe fertiggestellt, die Vollendung ließ jedoch auf sich warten. Der Siebenjährige Krieg tat dem Bau Abbruch. Als Richter gestorben war, vermählte sich seine Witwe mit dem Universitätsprofessor Böhme. Der hat sich dann die Innenausschmückung des Schlösschens anlegen lassen. Die Deckenausmalung des Festsaals stammt übrigens von Oeser - Zeichenlehrer des in Leipzig inscribierten stud. jur. Johann Wolfgang Goethe. Und weil ja nun die Rede schon auf Goethe gekommen ist, muß natürlich im gleichen Atemzug auch Schiller genannt sein. Der war in Gohlis. Das Haus findet sich wenige hundert Meter vom Schlößchen entfernt. Das heißt, wenn es dieses Haus war, in welchem Schiller auf Einladung seines Freundes Christian Gottfried Körner einige Monate verbrachte, und die Ode an die Freude zu Papier brachte. Man weiß das nicht wirklich genau; als wohlhabende Leipziger Schillerverehrer um die Mitte des 19. Jahrhunderts beschlossen, den Aufenthaltsort Schillers zur Gedenkstätte zu machen, erkannten die Gohliser Bauern unverzüglich das sich aus dem Schillerbesuch für ein Haus ergebende Wertsteigerungspotential. Folgerichtig begannen sie einander mit Beweisen zu überbieten, aus denen hervorgehen sollte, daß und warum Schiller nur auf ihrem Hofe domiziliert haben könne.


Blick zum Gohliser Schlößchen

Nachdem Sie das Schlößchen bewundert haben, erreichen Sie nach weiteren 200 m Ihr letztes Ziel auf dem Gose-Wanderweg, die einzige noch vorhandene historische Alt-Leipziger Gosenschenke mit dem denkwürdigen Namen "Ohne Bedenken".


Eingang zum Biergarten "Ohne Bedenken"

Wer jetzt in der Gosenschenke bei Gosewirt Dr. Hennebach einkehrt, begibt sich in die hundert und mehr Jahre alte Leipziger Gosenseeligkeit. Allein in der "Gosenstadt" Leipzig gab es früher zirka achtzig Gosenschänken, Gosenstuben und Gosehandlungen! Nachdem die Gose mit der Enteignung der bedeutendsten Gosebrauerei in Döllnitz bereits 1945 einen schweren Rückschlag erlitten hatte, kam 1966 mit der Einstellung der Goseherstellung bei der Brauerei Wurzler das scheinbar endgültige Aus für unser Nationalgetränk. Erst 1986 wurde die zwanzigjährige gosenlose Zeit dank der Bemühungen des Leipziger Spezialkneipiers Lothar Goldhahn beendet.


Theke im "Ohne Bedenken"

Seit 1999 stellt die Firma W. Goedecke & Co. wieder ihre berühmte "Döllnitzer Ritterguts Gose" in enger Zusammenarbeit mit der Leipziger Familienbrauerei Ernst Bauer her - inzwischen gibt es immerhin wieder zirka achtzig Goseausschankstellen, wovon sich allein über vierzig in Leipzig befinden! Und mit der Schar der Gosenfreunde wächst auch die Zahl der Gosewirtschaften immer weiter. Das bestärkt uns in der Hoffnung, daß diese schöne Tradition nun nie mehr in Vergessenheit geraten möge!

Wenn Ihr (Wissens-) Durst nun immer noch nicht gestillt ist, beantwortet Gosewirt Dr. Hennebach Ihre Fragen sicher gern. Sie können hier auch das von ihm herausgegebene Buch "Gose-Häppchen" erwerben, wo Sie interessante und amüsante Geschichten über die Gose und die Gosenschenke nachlesen können. Aber nun lassen Sie sich's erst mal richtig munden, Sie haben's schließlich verdient!

Strecke: 4,5 km
Verkehrsanbindung: Wer nun nach reichlich Gose den öffentlichen Verkehr nutzen möchte, findet in Leipzig gut organisierte Angebote (Straßenbahn, Bus, S-Bahn, Bahn).

 
 

Tipp: Für Nachtschwärmer gibt es - neben der "Gosenschenke" - noch eine Reihe weiterer Gosekneipen in und um die Innenstadt, z.B. die "Sinfonie" in der Gottschedstraße (mit schöner Gosenstube!) und gleich daneben die "Vodkaria", der "Pfeffermühlenclub" an der Thomaskirche oder der "Arabische Coffe-Baum" und das "Barfusz" auf der Leipziger Kneipenmeile.

Sie haben den Weg geschafft - Gratulation & Goseanna!


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