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DER GOSE-WANDERWEG
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Vom GIEBICHENSTEIN die Saale aufwärts nach WÖRMLITZBeginnen Sie Ihre Tour in Richtung Leipzig an der alten Hallischen "Gosenschänke" in der Burgstraße Nr. 71. Dieses urige Goselokal hat sehr viel von seinem alten Flair erhalten. Der hiesige Gosenwirt Ingo Schneider kann Ihnen sicherlich einige interessante Sachen zur Schänke an sich und natürlich zur Gose erzählen. Jedes Jahr ab Himmelfahrt ist auch der Biergarten geöffnet.
Blick auf den Dom vom Karstadt Halle
Vor der Kröllwitzer Brücke bzw. Giebichensteinbrücke fahren Sie auf der linken Seite den Berg hinunter zum Rive-Ufer - Wer immer noch nicht glaubt, daß wir in Halle eine Hochgebirgslandschaft haben, der wird jetzt eines Besseren belehrt! Anschließend geht es rechts über die Ochsenbrücke, dann durch die Ziegelwiese und gleich wieder rechts auf die sehr schöne schmiedeeiserne Brücke der Freundschaft. Sie befinden sich jetzt - auch wenn Sie es sicher nicht bemerken - auf der Peißnitz-Insel. Nach der Brücke fahren Sie links in südlicher Richtung und kommen am Südende der Insel am ehemaligen Gut Gimmritz vorbei. Sie verlassen die Peißnitz über die Schafbrücke und fahren weiter bis zur großen Elisabeth-Brücke und überqueren hier die Stromsaale und befinden sich in der Mansfelder Straße (und wieder unbemerkt auf der nächsten Saaleinsel, Pulverweiden genannt). Dort weiter und am Ende des Kaufhauses Karstadt direkt rechts ab und am westlichen Ufer der Saale entlang. Bald geht es links hinunter und dann direkt am Ufer auf dem unbefestigten Weg weiter. Bitte achten Sie hier auf die Beschilderung zum "Saale-Wanderweg".
Wörmlitzer Hof
Jetzt fahren Sie links über die Hafenbahnbrücke. Anschließend geht's hoch zum Böllberger Weg, in den Sie rechts abbiegen und dem Sie weiter nach Halle-Wörmlitz hinunter folgen. Im Böllberger Weg Nr. 116 finden Sie den "Wörmlitzer Hof", wo Sie bei der Wirtsfamilie Zibarth nach der ersten Etappe Ihrer Gose-Tour erstmal verschnaufen und sich für die weitere Reise stärken können.
Von WÖRMLITZ nach AMMENDORF(Alternative: Von WÖRMLITZ durch die Saaleaue nach BURGLIEBENAU)
Schafbrücke über die Elster bei Beesen
In Ammendorf angelangt befindet sich an der Kirche eine große Straßenbahnhaltestelle - dort geht es links weiter in Richtung Leipzig. Das nächste Teilstück auf unserem Wanderweg führt über die Osendorfer Halde nach Dieskau.
von AMMENDORF nach SCHLOSS DIESKAUVon der Straßenbahnhaltestelle in Ammendorf geht es zunächst unter der Bahnunterführung hindurch in Richtung Döllnitz und dann sofort die zweite Straße (Alfred-Reinhard-Straße) links hinein, gerade durch bis an den Wald auf der Osendorfer Halde. Dort geht es den Berg etwas schräg hinauf. Hier liegen Bäume über den Weg als Sperre für Motorfahrzeuge. Als Fußgänger oder mit dem Fahrrad kann man jedoch bequem über die Stämme in den Wald hineinkommen. Hinweisschilder erklären hier die Waldwirtschaft. Der nach rechts abzweigende Weg geht über die Halde zur landwirtschaftlichen Betriebsstelle des Gutes Döllnitz (ehem. NVA-Gelände) wieder hinab. Unten am Berg angekommen, geht es links in das Gut. Führungen werden in der Presse bekanntgegeben.
Auf der Osendorfer Kippe
Markierungsstein auf der Osendorfer Kippe
Ihr Weg führt jedoch weiter nach rechts und gleich wieder scharf links in Richtung Dieskau. Dort ist der Weg ausgeschildert. Sie müssen dann nach rechts abbiegen und südlich um den Osendorfer See herumschwenken. Parallel zur Straße Bruckdorf - Osendorf führt ein Weg bis zum Eingang der Osendorfer Regattastrecke auf dem Osendorfer See. Wenn dort offen ist, können Sie sicherlich einmal hineinschauen. In Jahrzehnten haben viele Menschen ihre Freizeit selbstlos zur Gestaltung von Anlagen und Natur unter der Schirmherrschaft der Döllnitzer Familie Kunitzsch eingebracht.
Blick zum Schloss Dieskau
Dieskauer Park
Im Dieskauer Schloss, das bis vor drei Jahren dem Verfall preisgegeben war, hat sich die Familie von Rauchhaupt mit hervorragendem Sachverstand der Restaurierung gewidmet. Die von Rauchhaupts können aber nicht nur das, sondern Ihnen auch ein kühles Glas Döllnitzer Ritterguts Gose im "Schloßcafé Dieskau" ausschenken.
Von DIESKAU ins Gosendorf DÖLLNITZNach dem Genuss einer leckeren Gose in Dieskau geht es - sicherlich auf einem anderen Weg - wieder in Richtung Süden, die Blickachsen des Parks und die Erfolge der unermüdlichen Erhalter des Parks würdigend. Am Parkende gibt es einen Feldweg mit in den letzten Jahren angepflanzten bunten Hecken in Richtung Döllnitz - genau in südlicher Richtung. In Döllnitz angekommen, überqueren Sie die Regensburger Straße und bewegen sich auf der Halleschen Straße zur Dorfmitte. Sie biegen sehr schnell halb rechts in die Ledermannstraße ein und fahren auf das alte, leider - vor und vor allem nach der Wende in Treuhandzeit - zerfallene Döllnitzer Rittergut zu.
Feld zwischen Döllnitz und Dieskau
Döllnitzer Gut
Johann Phillip Ledermann, nach dem die Straße benannt ist, war der erste Döllnitzer Braumeister. Er wurde 1824, mit dem Gose-Braurezept aus Goslar kommend, von Johann Gottlieb Goedecke eingestellt und hob die "Döllnitzer Ritterguts Gose" aus der Taufe. Seinen Künsten sind wir auch heute noch dankbar. Das alte Geheimrezept wird von der Familie Goedecke seit über 175 Jahre gehütet und bewahrt. Seit September 1999 stellt die Firma W. Goedecke & Co. die Ritterguts Gose wieder in der alten Tradition her.
Gasthof "Bad" in Döllnitz
Gosewagen auf dem Gasthof "Bad"
Vor dem Gut biegen Sie links ab. Es geht geradeaus in die Elsterstraße. Dort erreichen Sie dann den bekannten Döllnitzer Gasthof "Bad". Die Wirtsfamilie Müller kann Ihnen viel Interessantes über den "vorzüglichen Stoff", die Gose, erzählen. Seinen Namen hat die Wirtschaft übrigens daher, dass sich hier im 19. Jahrhundert ein beliebtes Fluss- und Wannenbad befunden hat, welches noch bis 1959 genutzt wurde.
Von DÖLLNITZ nach BURGLIEBENAUDie nächste Station ist Burgliebenau am anderen Ufer der Weißen Elster - nun stehen zwei Alternativen zur Wahl:
Verfallene Döllnitzer Mühle an der Mühlelster
Am Hubschütz kommt die kanalisierte Elster wieder in das alte, mäandernde Flußbett hinein. Nur 35 m³/sec. dürfen hier passieren. Bei Hochwasser (wir hatten schon 175 m3/sec.!) fließt alles in die sogenannte Auslauftrompete der Dämme und das große Wiesengelände in Richtung Ammendorf.
Der Hubschütz - ein Regulierungswehr an der Elster bei Döllnitz
Elsterwehr Döllnitz
Wald beim Hubschütz
Nach dem Hubschütz fahren Sie auf dem Norddamm weiter, unter der Eisenbahnbrücke hindurch und überqueren die Weiße Elster dann auf der Straßenbrücke (der Weg über die Eisenbahnbrücke ist offiziell nicht erlaubt!). Der Straße weiter folgend erreichen Sie bald Burgliebenau. Am Ortseingang biegen Sie rechts in das Dorf ein. Hinter dem kleinem Teich auf der linken Seite finden Sie Ihre nächste Einkehr, den Dorfkrug "Zur Grünen Aue".
Elsteraue bei Burgliebenau
In Burgliebenau befindet sich eine liebevoll und aufwendig hergerichtete Barockkirche, die der bekannte Künstler Hans Rothe in jahrelanger Kleinarbeit mit vielen Helfern aus Burgliebenau restauriert hat. Alle Malereien wurden von ihm nach alten Rezepten erneuert. Der Gewand-hausorganist Michael Schönheit hat die Orgel restauriert. Mit ihm organisiert der "Freundeskreis Musik und Denkmalpflege in Kirchen des Merseburger Landes e.V." hervorragende Konzerte in der Kirche. Beide Künstler leben auch in Burgliebenau.
A L T E R N A T I V S T R E C K EVon WÖRMLITZ durch die Saaleaue nach BURGLIEBENAUWie oben angekündigt, können Sie von Wörmlitz aus auch auf einer Alternativstrecke nach Burgliebenau gelangen - allerdings müssen Sie dann leider Dieskau und Döllnitz auslassen.
NORD- und SÜDROUTEHinter Burgliebenau teilt sich der Gose-Wanderweg in die Nord- und die Südroute.
S Ü D R O U T EVon BURGLIEBENAU nach LÖPITZNach dem gemütlichen Dorfambiente in der Gastwirtschaft "Zur Grünen Aue" fahren Sie dann auf die Dorfstraße hinaus. Nach Überquerung der Hauptstraße ("Fürstendamm") nehmen Sie den Weg halb links. Sie gelangen nun in das ehemalige Bergbaugelände des Tagebaus Merseburg-Süd. Hier sind inzwischen zwei große Seen entstanden.
Von LÖPITZ nach WALLENDORFVon Löpitz aus geht es den gleichen Weg wieder zurück und an der Kreuzung mit den Platten biegen Sie rechts nach Wallendorf ab. Sowie Sie über die Brücke über das trockene Bett der alten Luppe hinweg sind, nehmen Sie den schmalen Weg, der in den Ort führt, kommen an der Kirche vorbei und biegen später rechts in die Kellerbergstraße ab. Dann geht es weiter in Richtung Hauptstraße und Sie kommen dort direkt beim historischen "Weinkeller Wallendorf" an.
Von WALLENDORF zum RAßNITZER SEESie fahren nun wieder die Strecke südlich der beiden Tagebauseen entlang nach Osten, in Richtung Leipzig. Mit etwas Orientierungssinn müssen Sie nicht unbedingt den gleichen Weg wieder auf die Uferstraße zurücknehmen, sondern können in nordöstlicher Richtung durch die Wallendorfer Aue auch wieder zum See gelangen. Um das zu versuchen, fahren Sie die kleine Stichstraße (Kellerbergstraße), die von der Hauptstraße abgeht, wieder zurück und biegen dann halbrechts ab und kommen auf einen sehr schönen, kleinen Feldweg, der Sie auf einer Abkürzung zum See zurückführt. Nach kurzer Zeit sehen Sie am Nordufer des Raßnitzer Sees, von Westen her zunächst Raßnitz, dann die Kirche von Weßmar und oben auf der Höhe Röglitz und ganz im Osten das Neubaugebiet von Ermlitz. Genau geradeaus nach Osten ist der Kirchturm von Zweimen zu erkennen. Wo der Weg eine Linkskurve macht, geht es anschließend bei den drei jungen Eichen ("Drei-Eichen-Kreuzung") sofort wieder nach rechts weg (geradeaus geht es nach Weßmar). Hier vereinigen sich Nord- und Südroute wieder.
N O R D R O U T EVon BURGLIEBENAU nach WEßMAR (Ortsteil von Raßnitz)Wenn Sie Burgliebenau verlassen und über den "Fürstendamm" (Landstraße) auf der Gabelung die halb linke Route nehmen, gelangen Sie zum westlichen See des Tagebaugebietes (Wallendorfer See) und verfolgen diesen genau nach Osten, verlassen bald den See und kommen nach der Durchquerung einer Landschaft mit Jungwald und Feldern, alles aufgeschüttetes ehemaliges Tagebaugelände, zum Aussichtsturm zwischen den beiden Seen. Sie fahren zur Brücke über die Elster hoch und sehen flußaufwärts auf der Nordseite der Elster bereits die Kirche von Weßmar, einem Ortsteil von Raßnitz. Vor der Kirche befindet sich die "Sportgaststätte Raßnitz". Hier gibt es drinnen oder draußen immer Gose.
Von WEßMAR zum RAßNITZER SEENach der Verschnaufpause in Weßmar und einem Blick auf und um die alte Weßmarer Kirche, mit der tragisch-traurigen Liebesgeschichte des Töchterleins des Pfarrers aus alten Zeiten, die Sie in der Gastwirtschaft erfahren können, nehmen Sie den gleichen Weg zurück über die Brücke, biegen jetzt nach links ab nach Osten und schwenken bald nach Süden um den Ostsee herum, bis Sie an die Stelle kommen, wo der Raßnitzer See nach Westen abschwenkt. Hier ist ein mit drei kleinen Eichen bepflanztes Wegedreieck ("Drei-Eichen-Kreuzung"). Von da aus geht es dann weiter nach Osten in Richtung Kleinliebenau.
Z U S A M M E N F Ü H R U N GUnterhalb des Raßnitzer Sees, ab der Stelle mit den drei kleinen Eichen ("Drei-Eichen-Kreuzung"), wo sich die Wege von Wallendorf und Weßmar treffen, geht es auf einer gemeinsamen Wegführung weiter in Richtung Kleinliebenau. Vom RAßNITZER SEE über ZWEIMEN nach KLEINLIEBENAUVon der Zusammenführung der Wege hat man noch einmal einen Blick auf die Kirche von Zöschen. Ein Stück weiter kommt eine Wegkreuzung, die gerade überquert wird.
Sumpfbiber an der Luppe bei Zweimen
Gasthof Zweimen
Sie verlassen Zweimen gut gestärkt und folgen nun den Hinweisschildern in Richtung Schkeuditz. Bald gelangen Sie auf der wenig befahrenen Straße nach Dölkau, wo sich ein sehenswertes Schloss befindet, das z.Z. als Tagungs- und Fortbildungszentrum für die Wirtschaft umgebaut wird. Bis zur Fertigstellung vergehen aber noch etwa zwei Jahre.
Schloss Dölkau
Weiter geht es nun nach Horburg. Dazu fahren Sie am Dölkauer Gut links auf den großen Torbogen des Rentamtes zu und biegen vor dem Tor rechts ab. So kommen Sie nach ca. 500 m wieder auf die Straße, dort weiter nach links. Nachdem Sie die kleine Brücke passiert haben und bevor Sie an die Gärten kommen, biegen Sie rechts in den kleinen Wiesenweg ein und sind bald im Horburger Hochwald. Sie kreuzen den geschotterten Waldweg und sehen eventuell schon die Horburger Dorfkirche. Sie fahren am Waldrand entlang nach Horburg hinein und kommen an die Behindertenhilfe, wo Sie nach rechts abbiegen.
Von KLEINLIEBENAU nach DÖLZIG und LÜTZSCHENAWenn Sie nun Kleinliebenau verlassen, können Sie entweder direkt weiter in Richtung Lützschena fahren oder Sie machen den kleinen, aber lohnenden Abstecher zur "Holländischen Mühle" nach Dölzig.
Domholzschenke
Der Damm ist teilweise vom Waldsaum schön überdacht. Nach kurzer Zeit erreichen Sie eine schmale Brücke, auf welcher Sie die Luppe in nördlicher Richtung überqueren. Dann folgen Sie dem Damm am Nordufer bis zur Gundorf-Hänicher-Straße, die von Böhlitz-Ehrenberg kommt. In diese biegen Sie links ein und nach nur 200 m sind Sie schon in Lützschena angekommen. Zum Elsterberg fahren Sie nun links hoch.
Von LÜTZSCHENA nach WAHRENNun aber wieder auf den Weg zum nächsten Ziel nach Leipzig. Um wieder auf den Norddamm der Luppe zu kommen, können Sie entweder den gleichen Weg zurück nehmen oder Sie fahren über die Straße nach Böhlitz-Ehrenberg hinweg und erreichen durch die Hohle Gasse und den Bauernsteig das Mühlengut, in welches Sie rechts einbiegen. Nach dem Gutshaus sehen Sie zur Rechten eine alte Wassermühle. Dem Schlossweg folgend überqueren Sie erst eine Holzbrücke über die Elster, dann die Brücke über das sog. Hundewasser hinweg. An dem Damm angekommen, biegen Sie nach links ab und fahren weiter stromaufwärts. Nach einiger Strecke sehen Sie rechts die Nahle in den Luppe münden.
Neue Luppe Lützschena
Ungefähr 100 m nach der Mündung erreichen Sie die Gustav-Esche-Straße, in welche Sie vorm Auensee links einbiegen. Sie fahren diese Straße nur wenige hundert Meter und biegen dann gleich rechts in die Rittergutsstraße ab und überqueren die Weiße Elster. Kurz danach erreichen Sie über die Linkelstraße leicht bergan die Georg-Schumann-Straße. An der Straßenecke, gleich gegenüber dem Rathaus Wahren, sehen Sie schon das Restaurant "Alt-Wahren", wo Sie der freundliche Wirt Uwe Hübner bereits mit einer frischen Gose erwartet!
Von WAHREN in die LEUTZSCHER AUENach Ihrer Rast fahren Sie einfach den oben beschriebenen Weg zurück zum Luppedamm. Sie können aber auch am Ende der Linkelstraße in den halb links abzweigenden Weg Am Hirtenhaus einbiegen und die Elster auf einer kleinen, aber schönen Brücke überqueren. So kommen Sie direkt zum Auensee, den Sie nun rechts liegen lassen. Am Ende der Sees fahren Sie links über die Gleise der Parkeisenbahn und gelangen am Eisenbahn-Viadukt wieder auf den etwas höher liegenden Dammweg zurück.
Mündung kleine Luppe in die Nahle
Gaststätte "Leutzscher Aue"
Leutzsch bietet gleich mehrere Stationen auf dem Gose-Wanderweg, die zwar kaum mehr als zweihundert Meter voneinander entfernt sind, aber für zwei Alternativen bei der Fortbewegungsart stehen: den Reiterhof Lukas mit seiner "Reiterklause" und das Gartenlokal "Waldluft".
Reiterhof Lukas mit Reiterklause
Übrigens führt die Route der Reiter alsbald auf den Jakobsweg. Genau dort nämlich, wo Reiter geradewegs vom Reiterhof die Unterführung der Bahnlinie erreichen. Dort, an der Brücke sehen wir das Wegzeichen des Jakobswegs - eine gelbe Muschel auf blauem Grund - markiert, dass wir auf dem Jakobsweg angelangt sind. Genauer gesagt, auf einen der Jakobswege. Ob irgendwann einmal, wirklich alle Wege nach Rom führten, bleibe dahingestellt, aber dass im Mittelalter von überall her Wege nach dem spanischen Santiago führten, leidet keinen Zweifel. Die Pilgerfahrt dorthin, zum Grabe des Apostels Jakobus wurde für über die Maßen heilsam gehalten. Die Bereitschaft, sich um seiner Seele willen aus den hintersten Winkeln Europas auf die ein oder zwei Jahre währende und alles andere als sichere geschweige denn komfortable Pilgerfahrt zu begeben, war erstaunlich weit-verbreitet. Merkwürdig? Ach was, so grundsolide begründet, wie unsere Bereitschaft, um beinahe jeden Preis mit der Zeit zu gehen, war sie allemal
Gaststätte "Waldluft"
Das Gartenlokal "Waldluft" liegt vom Reiterhof kommend, nur ca. 250 m gleich rechts um die Ecke, inmitten einer der kleinsten Gartensparten Leipzigs. Beinahe vollständig vom Wald umgeben, sind die winzigen von alten Lauben in Puppenstubenformat bestandenen Parzellen, ein Urbild früher Kleingartenkultur. Die Zitate aus der Villenarchitektur an kaum kleiner denkbaren Holzhäuschen scheinen exemplarisch für das, was man früher kleinbürgerlich nannte. Wobei man darauf bedacht war, ein gerüttelt Maß Verachtung laut werden zu lassen - zu unrecht: jedermann sehen zu lassen, was einem das Leben zu wünschen übrig lässt, ist mindestens so legitim wie das Bedürfnis, Erfolg stilvoll in Szene zu setzen. Das Lokal selbst, dem ein kleiner Biergarten vorgelagert ist, wird engagiert geführt, ist liebevoll eingerichtet und was die Küche angeht, einfach und gut, also einfach gut.
Kleine Luppe in der Leutzscher Aue
Wer die Gartenkolonie verlässt, gelangt rechter Hand auf den Wanderweg und wenige Schritte weiter an eine Weggabelung. Der rechte Weg ist der rechte und führt - über die kleine Luppe - in den Wald, der hier etwas lichter und von Buchen geprägt ist. Lange dauert es aber nicht, bis man aus dem Wald heraustretend vor der Linie der alten Sächsisch-Thüringischen Eisenbahn steht und neuerlich rechts auf den Heuweg einbiegen muß. Der führt zunächst über die Nahle, sodann über die Luppe zurück zur Wegekreuzung an der S-Bahnbrücke.
Von der LEUTZSCHER AUE durchs Rosental nach GOHLIS(Alternative: Zusatzstrecke über Plagwitz zum Cospudener See)
"Wem's nich wohl is', geht nach Gohlis, durch das schöne Rosental, Aus der Leutzscher Aue kommend, sind Sie nun wieder an der Wegekreuzung an der S-Bahn-Brücke über die Luppe angelangt. Geradeaus weiter kommen Sie auf eine kleine Straße und erreichen bald die Anlagen des Klärwerkes Rosental auf der rechten Seite. Dann überqueren Sie die Weiße Elster auf einer kleinen Brücke. Auf der Brücke sehen Sie rechts den Elstermühlgraben in die Elster münden.
Aussichtsturm Rosental
Mündung Elstermühlgraben am Klärwerk Rosental
Nach dem Abstieg vom Turm folgen Sie dem Weg weiter nach Süden und sehen links die Parthe, welche Sie nun weiter durchs Rosental begleiten wird. Dem Flußlauf folgend erreichen Sie die Platnerstraße. In diese biegen Sie links ein und überqueren die Brücke. Kurz danach fahren Sie rechts in den Poetenweg ein. Nach ca. 300 m kommen Sie zu einer Kreuzung, an der Sie links in den Schlößchenweg einbiegen, welcher Sie weiter in die Menckestraße führen wird.
Blick zum Gohliser Schlößchen
Nachdem Sie das Schlößchen bewundert haben, erreichen Sie nach weiteren 200 m Ihr letztes Ziel auf dem Gose-Wanderweg, die einzige noch vorhandene historische Alt-Leipziger Gosenschenke mit dem denkwürdigen Namen "Ohne Bedenken".
Eingang zum Biergarten "Ohne Bedenken"
Wer jetzt in der Gosenschenke bei Gosewirt Dr. Hennebach einkehrt, begibt sich in die hundert und mehr Jahre alte Leipziger Gosenseeligkeit. Allein in der "Gosenstadt" Leipzig gab es früher zirka achtzig Gosenschänken, Gosenstuben und Gosehandlungen! Nachdem die Gose mit der Enteignung der bedeutendsten Gosebrauerei in Döllnitz bereits 1945 einen schweren Rückschlag erlitten hatte, kam 1966 mit der Einstellung der Goseherstellung bei der Brauerei Wurzler das scheinbar endgültige Aus für unser Nationalgetränk. Erst 1986 wurde die zwanzigjährige gosenlose Zeit dank der Bemühungen des Leipziger Spezialkneipiers Lothar Goldhahn beendet.
Theke im "Ohne Bedenken"
Seit 1999 stellt die Firma W. Goedecke & Co. wieder ihre berühmte "Döllnitzer Ritterguts Gose" in enger Zusammenarbeit mit der Leipziger Familienbrauerei Ernst Bauer her - inzwischen gibt es immerhin wieder zirka achtzig Goseausschankstellen, wovon sich allein über vierzig in Leipzig befinden! Und mit der Schar der Gosenfreunde wächst auch die Zahl der Gosewirtschaften immer weiter. Das bestärkt uns in der Hoffnung, daß diese schöne Tradition nun nie mehr in Vergessenheit geraten möge!
Sie haben den Weg geschafft - Gratulation & Goseanna! |
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