Was ist Gose
Gose ist ein obergäriges, säuerlich-salzig schmeckendes Bier, welches gegenwärtig fast nur noch in Leipzig hergestellt wird. Seinen Namen leitet es von seinem Ursprungsort, der Stadt Goslar (Harz) am Fluss Gose ab.1)
Die Gose ist ein typisches Spezialbier. Die alten Gosebrauereien benutzten statt des üblicherweise gedarrten Malzes ausschließlich Luftmalz. Sowohl hierdurch als auch durch Zusätze von Kochsalz und von als Geheimnis gewahrten Zutaten von Gewürzkräutern2) sowie durch die sich bei der Gärung und Flaschenreife vollziehende Milchsäurebildung wird dem Bier seine spezielle Eigenart verliehen.Man unterschied früher je nach der Art der für die Flaschengärung3) verwendeten Flaschen zwei Arten von Gose: Die offene Gose, welche in boxbeutelähnlichen Flaschen mit langem Hals geschenkt wurde, und die Stöpselgose, welche in gewöhnlichen Patentflaschen zum Verkauf kam. Bei der offenen Gose bildete sich im Verlaufe der Gärung durch die emporsteigende und sich allmählich verdichtende Hefe ein natürlicher Flaschenverschluss, der vor dem Ausschank abgeschwappt wurde.
Für den Kenner ein Begriff, werden von Fremden die eigenartigen Flaschen und Gläser mit dem trüben Inhalt oft misstrauisch betrachtet. Gose ist ein obergäriges Bier. Aus Weizen, Gerstenmalz, Hopfen und Gewürzen eingebraut, kommt es unfiltriert zum Ausschank, enthält Hefe und Milchsäure in reichlichem Maße und ist dadurch eines der bekömmlichsten Getränke.
Die Gose stammt ursprünglich aus Goslar am Harze, wo sie vom Flüsschen Gose ihren Namen erhalten hat. Bereits Kaiser Otto III. (Regierungszeit 983 - 1002) hat ihren Wohlgeschmack gepriesen. Im Leipziger Gau wurde die Gose im Jahre 1738 durch den alten Dessauer eingeführt. Seit 1824 wird sie in Döllnitz bei Halle von der Fa. W. Goedecke & Co. hergestellt. Man trinkt Gose pur, auch mit einem Schuss Himbeersaft oder mit einem Gosen-Kümmel ("Regenschärm").
Gose ist ein Geschlecht der weißen Biere, so mehrentheils in Niedersachsen, fürnehmlich aber zu Goßlar, Quedlinburg, Halberstadt, Aschersleben, Wernigeroda und anderswo, wie es wohlwissend ist, gebräuet werden. Ist ein wohl geschmacktes, kräftiges Bier, so meistenstheils aus Waitzen bestehet, und wird dem Breyhan gleich zubereitet. So auch gut Nutriment und Nahrung gebet, erwärmet auch wohl und machet ein gut Geblüt, auch feist, so man viel trinket.
Unter allen Gosen aber excelliert die Goßlarische, welche sehr wohl nutrieret und laxieret, sonderlich aber verursacht sie denen Ungewohnten den currit Cito gerne, dahero man davon zu reimen pfleget:
Ein Wundertrank ist wohl die Goßlarische Gose.
Wer dessen zu viel trinkt, der nehm' in acht die Hose.
Seit Anfang 2001 lässt das Gosehaus W. Goedecke & Co. die Gose bei der Leipziger Familienbrauerei Ernst Bauer im Täubchenweg brauen.
Seit Sommer 2002 gibt es die Döllnitzer Ritterguts Gose erstmals wieder in Flaschen! Damit erschließen sich neue Handelswege, die einer weiteren Verbreitung des Getränks dienlich sind.
Inzwischen wird Döllnitzer Gose wieder in ca. siebzig Gastwirtschaften ausgeschenkt; daneben wächst auch die Zahl der Einzelhändler, die Gose anbieten. In diesem Jahr wurde die Döllnitzer Ritterguts Gose sogar nach Japan exportiert.
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